Watt 1. Tag


ja, wir waren im Watt.

Es war ein wenig schwierig mit den Tidenzeiten 😀

1. Tag

Juhuu, wir sind gestern nach 6-stündiger Fahrt angekommen. Weide ist okay, meine Gefährtin auch. Sie ist sehr groß, und ein wenig moppelig. Während der Fahrt war sie sehr nervös und hat aufgrund dessen gerne an meinem Hals geknabbert. Was sollte ich machen, wehren konnte ich mich nicht – so liess ich es geduldig geschehen.Ich bin eben ein Wallach, sie eine Stute, Stuten sind so, das muss man als Wallach manchmal einfach so hinnehmen.

Heute ging es dann das erste mal ins Watt. 11:35 Uhr ist Niedrigwasser, haben die Mädels gesagt.

Kommen am Strand an, sagt der Strandwächter:“ Mädels ihr seid 1 Stunde zu früh.“

Na super, 45 Minuten grasen, dann doch ins Watt, Wasser im Priel noch zu hoch, selbst die Wattwagen fahren nicht durch, nochmal 1,5 Stunden sinnloses Hin- und Her-reiten. Die Mädels können sich nicht einig werden, wohin es gehen soll. Ins Watt, raus aus dem Watt, nach Hause, nach Cuxhaven oder weiter reiten. Meine Reiterin ist genervt. Ich bin verwirrt 😕. Endlich gehts weiter, durch den Priel, iih war das nass und tief, rauf auf die Insel und 1 Stunde Pause, bevor es zurückgeht.

Anfangs war mir das Watt nichts. Auch spiegelte sich die Wasseroberfläche und man kann den Untergrund nicht so Recht erkennen. Aber ist man erstmal drin ist es schön. Der Boden ist optimal. Er ist eben, flach und das Wasser kühlt die Beine. Sehr angenehm.

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2. Tag im Watt

Gestern waren wir Ausreiten in der Heide. Rein in den Wald und in die Heide sahen wir auch eine große Konikherde und Auerochsen. Leider nur von Weitem. Sie wollten uns nicht begrüßen. Interessierten sich nicht die Bohne für uns.

Nun sollte es die richtige Zeit sein, an der wir vom Strand Richtung Insel Neuwerk loskommen. 1 Stunde vor Niedrigwasser soll man vom Strand los. So war es auch gestern geplant, aber die Mädels hatten in den falschen Tide Kalender geschaut – falscher Monat und falsches Jahr! Ich schweige und sage mal nicht was ich denke.

Das Wetter ist nicht ganz so schön wie gestern. Es ist etwas bedeckter. Den Mädels schadet das nicht. Gestern waren sie so euphorisch und gut gelaunt, dass sie mit Bikini Oberteil geritten sind. Heute haben sie Sonnenbrand und die T-Shirts bleiben an.

Auch dazu schweige ich und sage mal nichts, ausser: Stuten, so sind sie eben, manchmal einfach kopflos.

Kaum sind wir an der Insel angekommen, kommen uns die Watt Kutschen entgegen. Moin Moin, sagt der kräftige braune Kaltblut Wallach, sei gegrüßt, Alta.. Besser ihr dreht gloich wieda um und bleibt hinta den Wagn. Secht he in breitem Hamburger Dialekt.

Aber wieso denn das?? Die Mädels schauen sich verwirrt an. Ich denke ihr habt in den Tide Kalender geschaut??! Sagt Cathi und blickt fragend zu Janine und Claudia. Ja haben wir es müsste alles stimmen. Ich verstehe das nicht. Sagt Claudia.

Janine sagt, reicht 1 Stunde vor Niedrigwasser wohl doch nicht.

Der nächste Kutscher fährt an uns vorbei und tippt mit dem Zeigefinger auf das Glas seiner Armbanduhr und weist dann mit dem Finger Richtung Watt. Ehrlich, müssen wir jetzt zurück. Aber es ist doch jetzt Niedrigwasser! Ruft Claudia. Ja, aber haltet euch an die Wagen, ruft der Kutscher ihr zu. Okay, wenn der das sagt, sollten wir wohl dem Rat folgen.

Nein, Mädels das ist nicht wahr?! Oh doch, wir laufen zurück und zwar ziemlich schnell. Ein Tempo verlangen  die Mädels von uns! Wir traben bis wir die Kutschen einholen. 15 km hin und 15 gleich wieder zurück. Ich freu mich auf mein Hafer und Obst.

3. Tag im Watt.

Gleich am nächsten Tag gings wieder los. Och nö, nicht schon wieder. Ich habe Muskelkater! Und schon wieder zu dieser Insel. Ich schaue sehnsüchtig zum Strand zurück, aber meine Reiterin treibt mich vorwärts.

Und jetzt wird sie auch noch sauer und meckert mit mir weil ich schief laufe, weil ich zum Strand zurück blicke und nach vorne laufe.

Ich will nicht. Lass uns zurück gehen. Die anderen wollen auch zurück, versuche ich es…

Aber wir werden zur Insel getrieben.

Dort angekommen, kommen uns schon wieder die Kutschen entgegen. Oh nein. Am Eingang zur Insel wird es eng. Die Traktoren mit ihren Hängern voll Lebensmittel drängen von hinten auf die Insel und die Wattwagen fahren in Scharen hintereinander von der Insel. Ich werde unruhig, steige und möchte eigentlich eine Pause. Aber wahrscheinlich müssen wir erneut im Eiltempo zurück. Ich ahne bereits Schlimmes.  Nein, das kann nicht sein. Sagt Claudia. Wir haben uns extra beim DLRG heute erkundigt. 1 Stunde vor Niedrigwasser vom Strand los und zu Niedrigwasser mit dem Arsch an Land auf der Insel hatten die gesagt. Bestaetigt auch Janine. Wir reiten zum Turm und machen Pause, basta. Sagt Cathi. Ich nicke bekraeftigend.

Ein Kutscher fährt vorbei und tippt wieder mit dem Zeigefinger auf seine Armbanduhr.

Wir reiten auf die Insel und machen dort Pause. Die Kutscher, so erklärt die Bedienung, fahren früh vom Strand los, verweilen 1 Stunde auf der Insel und fahren dann gleich zurück. Ihr Lohn ist gering. Sie werden pro Fahrt mit 35 Euro entlohnt, müssen aber die Pferde schließlich noch zur Weide zurück bringen. Daher beeilen sie sich. Nun sind schon in dieser Saison, wie stets, Reiter mit ihren Pferden in Gefahr gekommen und mussten vor der Flut gerettet werden. Es gab schon Pferde, die aufgrund der Achtlosigkeit ihrer Reiter ertrunken sind! Bisher habe die Kutscher es nicht interessiert, nun aber sind sie mitverantwortlich die Reiter darauf hinzuweisen bei den und mit den Wattwagen zu reiten.

Pferde sind schon ertrunken – ich schaue nun doch ein wenig aengstlich.

Wir haben aber alles richtig gemacht, versichert sie uns. Wir haben nun 1 bis 1,5 Stunden Zeit zu pausieren, denn innerhalb von insgesamt 3 Stunden muss man spätestens zurück am Strand sein.

Okay, das beruhigt mich.

Wir genießen das Gras und unsere Reiterinnen den frischen, selbst gemachten Blaubeerkuchen 🍰.


Zum Ende des Ausritts liefern sich Giney und ich ein Rennen. Sie will im vollem Galopp an mir vorbei gehen. Ha, da legt sie sich mit dem Falschen an. Ich bin im Renntrab und im Rennmodus. Ich lege noch immer eine Schippe oben drauf.

Der Wind weht uns um die Ohren und wir atmen die salzige frische Nordsee Luft ein. Die Sonne scheint und unter unseren Hufen spritzt das Wasser auf und auch der Schlamm. Am Ende sehen wir alle aus wie die Schweine. Aber das macht überhaupt nichts. Es war ein toller Ausflug und Abenteuer gewesen.

Am nächsten Tag reisen wir wieder ab. Die Rückfahrt bei 37 Grad ist anstrengend. Der Fahrtwind bringt ein wenig Kühlung in den Pferdewagen. Wir haben Durst, können aber doch nichts trinken. Wir wollen nur nach Hause. Dann ist auch noch ein Megastar. Aber die anderen Autofahrer sind nett und Angelina lotst uns zu Fuss durch die Autos, bittet darum, dass wir Vorfahren dürfen. Mittlerweile sind es über 40 Grad im Hängern und Quisby schaukelt vor und zurück. Claudia manövriert uns durch die Autos. Hauptsache wir fahren und der Fahrtwind kühlt das Innere des Haengers.

Kurz vor zu Hause erreicht uns das Unwetter, welches entlang der Nordseeküste bis Mecklenburg Vorpommern zog, und nun auch Brandenburg erreicht. Regen und Wind peitscht um unseren Hänger. Aber mit ihm kommt auch die angenehme Kühle. Es sind jetzt 19 Grad!

Als wir zu Hause sind kommen wir gleich auf die Weide. Endlich wälzen, Kopf runter, grasen und trinken.

Was für ein Abenteuer!

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