Warum Medien die Wahrheit nicht ertragen können


wird sehr schön in diesem Artikel erörtert:

https://www.heise.de/tp/features/Urteil-vollstreckt-Michael-Lueders-ist-umstritten-3693138.html

Da heisst es nämlich passend:

Wer die Diskussion um Lüders ( siehe meinen Buchtipp, auch als Hörbuch erhältlich für die morgendliche Autofahrt ins Büro ) verfolgt, muss wissen: Es geht nicht nur darum, dass ein Autor etwas Falsches gesagt oder in seinem Werk an einigen Stellen vielleicht unzureichend recherchiert hat (das passiert jedem Journalisten in seinem Berufsleben). Die Arbeit von Lüders berührt die öffentliche Deutung über einen Krieg, bei dem – manch einer mag das nicht für möglich halten – geostrategische Interessen im Vordergrund stehen.

Die Perspektivierungen von Lüders stören bei etwas, worum es in Kriegen immer geht: den Aufbau und die Aufrechterhaltung von Feindbildern. Da kommt ein Mann wie Lüders, der vor einer voreiligen Verurteilung Assads im Zusammenhang mit den Giftgasangriffen warnt und sich den scheinbar in Stein gemeißelten Wirklichkeitsinterpretationen führender Medien widersetzt, ziemlich unpassend.

Das ist der Grund, warum Lüders „unter Beschuss“ geraten ist. Würde es nur um die Sache gehen, stünde Ursula von der Leyen im Mittelpunkt der medialen Auseinandersetzung.

Dann würden Medien mit Nachdruck Fragen stellen wie: Was ist von einer Verteidigungsministerin zu halten, die sich zu einer der bekanntesten Polit-Talkshows des Landes begibt, um über Syrien zu reden, und dabei bei einer so zentralen Frage wie die der Urheberschaft für einen Giftgasangriff falsch aussagt?

Doch gerade, wenn es um Themen geht, bei denen Leitmedien und Politik im Gleichklang agieren, sind solche Fragen deplatziert. Das Verhalten bestimmter Medien zeigt: Solange Ungenauigkeiten, Falschaussagen, Lügen oder gar Propaganda nicht am Realitätsverständnis dieser Medien kratzen, finden sie auch kaum einen Anstoß daran. Für einen Journalismus, der so agiert, wäre die Bezeichnung „umstritten“ ein Euphemismus.“

Immer wenn der sogenannten allgemeinen oder gewünschten Meinung eine andere Ansicht entgegensteht, dann wird diese verteufelt, oder der Ausrechende wird verteufelt.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Dabei geht natürlich die Objektivität und die Wahrheitstreue verloren. Journalismus ist dann tatsächlich zweifelhaft, der Auftrag des Journalismus, nämlich die ( bildende, wahrhaftige und kritische ) Aufklärung, nicht verfolgt.

Dementsprechend schreibt ja auch der Autor des Artikels ganz richtig: Für einen Journalismus, der so agiert, wäre die Bezeichnung „umstritten“ ein Euphemismus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s