Kinderehen und Verschleierung


ich höre gerade eine Diskussion über Kinderehen und ob Verschleierung verboten werden sollte.

Und ich höre immer wieder, man darf die FREIHEIT der Frauen, und ihre SELBSTENTSCHEIDUNG nicht einschränken.

Was für ein Hohn! Komplett lächerlich!

Denn die Verschleierung und auch die Kinderehe ist doch ganz generell KEINE freiwillige Entscheidung der Frauen, oder gar selbstbestimmt, sondern ein religiöses Dogma, in aller erster Linie.

Das hat mit Freiheit überhaupt überhaupt nichts zu tun, wenn Minderjährige, also 13, 14, 15-jährige Mädchen zwangsverheiratet werden von ihren Eltern! Das muss verboten werden!

Und mit Achtung vor der Würde des Menschen hat dies auch nichts zu tun! Ich begreife nicht, wie man darüber überhaupt diskutieren kann, und in diesem Zusammenhang von Freiheit sprechen kann!

Unsere Gesetze lauten, erst ab 16 mit Erlaubnis der Eltern darf man heiraten- und selbst das ist schon grenzwertig. Und dies geschah zum Schutz von Jugendlichen, weil man annimmt, dass eine so wichtige Entscheidung und deren Konsequenzen nicht von 16-jährigen getroffen werden sollte oder gar getroffen werden kann. Es bedarf einer gewissen Reife und es sollte wohl überlegt sein. Es sollte von beiden Seiten ohne Zwang entschieden werden können, ob man heiraten möchte. Und es wäre wünschenswert, dass sich beide in Achtung und Respekt vor dem Anderen zu diesem Schritt entscheiden.

Nun gibt es zahlreiche Kinderehen in Deutschland und es wird diskutiert, ob wir dies rechtlich akzeptieren sollten. Nein, auf gar keinen Fall, da es entgegen unserer Gesetze ist, aber vor allem weil die verheirateten Kinder wirklich gesundheitlichen Schaden nehmen! Abgesehen mal davon, dass diese Frauen/Kinder doch fast gar keine Chance haben ein wirklich selbstbestimmtes Leben zu führen, und das ist doch auch garnicht vorgesehen.

Das Gleiche gilt auch für verschleierte Frauen, insbesondere auch für vollverschleierte Frauen, denn wie sollen diese ein freies selbstbestimmtes Leben führen? Die Vollverschleierung grenzt sie in unserer Gesellschaft aus, und wenn sie sich auch wirtschaftlich selbstständig machen wollten, wie soll das gehen?!

Da wird nun diskutiert, jeder kann sich so kleiden wie er will. Das stimmt ja nicht ganz. Es gibt schon Regeln, Dos und Don’ts – wir laufen ja auch nicht nackig durch die Shoppingmeile, FKK ist nur an besonderen Plätzen erlaubt. Also eine allzu große Freizügigkeit ist im öffentlichen Raum nicht erlaubt und wird nicht gebilligt. Und genauso kann man auch absolute Verhüllung im öffentlichen Raum verbieten. Es gilt ja auch das Vermummungsverbot.

Aber im Grunde geht es nicht um die Freiheit zu tragen was man will, es geht grundsätzlich um etwas ganz Anderes.

Diese Praktiken werden von einer archaischen,patriachalischen Gesellschaft diesen Frauen auferlegt- schon von Geburt an, und sind ein Mittel zur Unterdrückung von Frauen – von Männern erdacht! Denn welchen Sinn hat die Verhüllung der Frau? Sie soll den fremden Mann nicht verführen, nicht reizen. Sie soll von anderen Männern nicht angeschaut werden, und es verbietet ihr auch die interaktive, soziale Kommunikation. Damit werden der Frau selbstständige, freiheitliche, soziale Äusserungen und auch der Ausdruck ihrer Persönlichkeit verwehrt. Und das ist die Unterdrückung der Frau.

Möglicherweise schützen diese Männer mit ihren erdachten Praktiken ja auch ihre Frau vor Übergriffen von fremden Männern. Aber wenn das nötig ist, dann deutet auch das auf eine rückständige Gesellschaft hin. Dann scheint es ja so zu sein, dass es „üblich“ ist, dass Männer solcher Gesellschaften Übergriffe auf Frauen verüben, und gewalttätig werden.

Über diesen zivilisatorischen Zustand einer Gesellschaft sind wir aber hinaus! Damit ist die Verschleierung der Frau  auch Ausdruck einer rückständigen Gesellschaft.

Und ich würde mal behaupten, eine eigenständige und auch unabhängige Frau, würde sich nicht freiwillig verschleiern! Und ein Mann, der seine Frau würdigt, würde seine Frau nicht verschleiern oder zu einer Heirat zwingen. Er würde ihre Meinung und Gefühle achten!

Frau Roth redet nun davon, dass es eine positive Religionswahrnehmung und eine negative Religionswahrnehmung gibt. Und möchte nun als Beispiel für die positive Religionswahrnehmung die orthodoxen Juden anführen, die einer Frau nicht die Hand geben wollen. Sie fühle sich dadurch nicht beleidigt. Nun hat sie aber offensichtlich noch nicht verstanden, dass die orthodoxen Juden den Frauen das Reichen ihrer Hand verweigern, weil sie die Frauen für nicht gleichberechtigt halten und die Verweigerung eben genau der Ausdruck dessen ist. Die Frau wird nicht gewürdigt. Ebenso, wie sie sich ungern von Frauen Essen dar reichen lassen, weil sie möglicherweise gerade in einem Zustand ist, der jeden Monat passiert. Dann ist die Frau nämlich unrein. Das alles ist eine Respekt- und Würdelosigkeit der Frau durch den „religiösen“ Mann, der auch seine Macht über die Frau damit ausdrückt! im orthodoxen Judentum ist es auch nicht erwünscht, dass Frauen sich bilden und der Wissenschaft zu wenden.

Es gibt also religiöse Praktiken, die Frauen eben nicht respektieren, missachten und sogar unterdrücken. Und das kann man nicht tolerieren.

Nun, schlussendlich, behauptet in dieser Diskussionsrunde eine vollverschleierte Österreicherin, die sich in Marokko verschleiert und konvertiert ist, dass wir uns hier in Deutschland in eine Diktatur verwandeln und in eine rückständige Gesellschaft.

Ich bin sprachlos!!

 

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