Brexit


Ich lese gerade im Spiegel folgenden Kommentar:

„Die Populisten sind los, nicht nur in Großbritannien. Sie bringen den Westen Europas an den Rand des Scheiterns. Wie konnte es soweit kommen?“

Nun, ich würde sagen, dass sich das britischeVolk, wenn auch prozentual knapp aber eindeutig, gegen die europäische Politik ausgesprochen hat.Dies geschah sicherlich auch vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse: Bankenkrise, Flüchtlingskrise, steigende Arbeitslosigkeit, Angst vor dem Zerfall der Wirtschaft, steigende Preise, sinkende Löhne, Ausverkauf von staatlichem Eigentum in private Hände, Kapitalisierung.

Die politischen Regierungen Europas, und die europäische Regierung selbst haben damit eine Ohrfeige durch einen Volksentscheid kassiert!

Und das ist doch nur verständlich, dass sich das britische Volk nun für eine Unabhängigkeit von Europa entschieden hat.

Die europäische Gleichmacherei von noch immer sehr wirtschaftlich unterschiedlichen Ländern ist gerade für wirtschaflilch besser gestellte Länder in Europa teuer.

Europas Regierung ist unflexibel, kompliziert, und Regelungen oft unverständlich, bürokratisiert und völlig undurchsichtig! Im Grunde weiß der Bürger doch garnicht, was das europäische Parlament bespricht, welche Gesetze gelten und was wie geregelt ist. Es ist nicht transparent.

Manche europäischen Regelungen sind  sogar wirtschaftlich vernichtend für das regionale Volk. So werden große Bauprojekte in Europa ausgeschrieben. Den Zuschlag erhalten sicherlich diejenigen, die das günstigste Angebot abgeben. So kommt es, dass der Berliner Flughafen hauptsächlich von osteuropäischen Arbeitern erstellt wird. Diese werden dann in Schichten mit Bussen von ihrer Unterkunft, einer uns nahegelegenen ehemaligen Kaserne, zu ihrer Arbeitsstätte gefahren. Die hiesige Bevölkerung, die als Bauarbeiter, Handwerker etc. hier leben, sind an den Großprojekten eher wenig beteiligt. So sind derzeit nur noch 43% der notwendigen Arbeitskräfte mit dem Bau des BER beschäftigt. Diese kommen von einem externen Dienstleister:

http://www.bz-berlin.de/berlin/flughafen-ber-weniger-als-die-haelfte-der-arbeiter-auf-der-baustelle

Die „Mall of Berllin“ beschäftigte ebenfalls hauptsächlich Arbeiter aus osteuropäischen Ländern, natürlich zu Dumping-Löhnen, die sie den Arbeitern auch noch schuldig blieben:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/-mall-of-berlin—rumaenische-arbeiter-verlangen-ihren-lohn-490156

Nun könnte man argumentieren, die Menschen sollten flexibler werden, sich daran gewöhnen nicht nur innerhalb ihres Landes sondern Europa-weit nach Arbeit zu suchen.

Das ist reine Theorie. In der Praxis ist es doch so, dass nur jene in anderen Nachbarländern arbeiten gehen, wenn sie dort ein höherer Lohn erwartet, der auch noch im Verhältnis zu ihren Lebenshaltungskosten besonders hoch ist. Und daher wandern ja auch osteuropäische Arbeiter zu uns – und bedanken sich. Sie sind auch bereit für 6 Euro Stundenlohn zu arbeiten, weil es im Verhältnis zu ihren Lebenshaltungskosten noch ein besserer Lohn ist, als das was sie zu Hause bekämen. Würde sonst jemand die Strapazen im obengenannten Artikel auf sich nehmen? Schlimm ist daran nur, dass die lokalen Arbeitnehmer davon so betroffen sind, dass sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr aus eigener Kraft bestreiten können und in die Arbeitslosigkeit abgeschoben werden.

Ach, auch die könnten ja nun innerhalb Europas abwandern und sich Arbeit suchen??!!

Nein, können sie nicht, da unser Lebensstandard und -kosten höher sind, als in den meisten anderen europäischen Ländern und sich die Strapazen für sie nicht lohnen!

Die europäischen Länder sind nun mal wirtschaftlich und auch gesellschaftlich nicht gleich und gleichgestellt!  Von Europa profitieren die armen Länder und die privaten Unternehmer. Die Bevölkerung hier weniger. Und so sehen das auch die Briten, die nun für das Brexit gestimmt haben. Es gibt auch andere wirtschaftliche Stimmen, die den Brexit durchaus für Großbritannien förderlich ansehen. Nämlich eine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu schaffen, die es den Briten ermöglicht, wieder selbstbestimmt ihre WIrtschaft und auch Gesellschaft zu formen. Sie sehen keinen Nachteil darin, da durch die Selbstbestimmung regional notwendige Gesetze in Kraft treten können, losgelöst von den verallgemeinerden europäischen Gesetzen die in ihrem Land nicht funktionieren oder zum Nachteil sind.

Wenn Deutschland aus der EU austreten würde, würde das bedeuten, dass wir weniger produktiv wären, weniger Exporte hätten, dass unser Wirtschaft nicht mehr prosperieren würde. Ich glaube Nein!  Wäre es von Vorteil, wenn Unternehmen gezwungen wären inländische Arbeitnehmer zuerst zu beschäftigen: Ja! Weil die Kaufkraft der Bevölkerung gestärkt würde, was letztendlich die Wirtschaft ankurpelt, und weil wir auch weniger Sozialabgaben hätten – und weil es die inländischen Unternhemen wieder stärken würde,  besonders die des Mittelstandes und gehobenen Mittelstandes.

In diesem Artikel beschwert sich ein Unternehmer, darüber, dass es keinen Fachkräftemangel gibt, sondern bürokratische Hürden, ausländische Fachkräfte einzustellen. Gleichzeitig aber bemängelt er, dass inländische junge Fachkräfte ins Ausland abwandern, weil sie dort höhere Löhne erwarten. Er folgert richtig, dass dem Inland, also Deutschland hochqualifizierte, gut ausgebildete Fachkräfte, und Spezialisten verloren gehen! Er spricht dabei von der Wertschätzung der Arbeitgeber für die Arbeitnehmer, die nicht geschieht und die jungen Arbeitnehmer vergrault.

http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/arbeitsmarkt-es-gibt-keinen-fachkraeftemangel/9463140-all.html

Ja genau, diese Wertschätzung bleibt aus. Nicht nur, weil sich die Arbeitgeber erst nach Monaten , manchmal sogar nach einem Jahr, wie bei mir geschehen, auf die Bewerbung melden. Bei mir war es das Unternehmen MyToys.de, welches sich nach einem Jahr mit folgendem Wortlaut per Email meldete: „Wir bedanken uns für Ihre Bewerbung und möchten Sie darüber informieren, dass wir die Bewerbungen noch sichten und auswerten.“ Lächerlich!!

Die Wertschätzung geschieht auch deswegen nicht, weil die Löhne nach unten angepasst werden. Unternehmen einigen sich stillschweigend auf 34.000 Euro Brutto-Jahreslohn für IT-Fachkräfte und andere Spezialisten, die im Unternehmen beginnen. Das gilt auch für Fachkräfte, die bereits jahrelang in dem Bereich tätig sind – die sind dann mit ihren Gehaltsvorstellungen zu teuer, auch wenn sie signifikant mit ihren Vorstellungen runtergehen – ist mir auch schon passiert. Also werden frische Studiumsabsolventen genommen, die dann aber nach kurzer Zeit abwandern!

Mit anderen Worten, lieber Unternehmer, des obigen Artikels, entweder ihr seid bereit Euren guten Fachkräfte Anregungen zu bieten, damit sie bleiben, oder aber ihr beschäftgt Euch weiterhin damit ausländische, günstige Fachkräfte einzustellen und bürokratische Hürden zu meistern, Denn eines ist mal klar: dass die Arbeitsagenturen regionale Arbeitskräfte vorrangig vermitteln wollen ist selbstverständlich und selbstverständlich sollte es sein, die regionale Wirtschaft zu stärken, indem auch Arbeitnehmer angemessen entlohnt werden, um den regionalen Lebensstandard bezahlen zu können. Nur so kann Wirtschaftlichkeit funktionieren, ansonsten ladet ihr als Unternehmer die Verantwortung der Lebenssicherung auf die Allgemeinheit ab. Was ich damit meine? Nun, 1 Euro Jobber beispielsweise, deren Aufstockung von der Allgemeinheit getragen wird!

Und das bedeutet nämlich dann auch, dass diese Arbeitnehmer alles andere als wertgeschätzt werden. Wir reden dann hier von Lohnsklaverei. Abgesehen, dass diese Menschen an der von ihnen geschaffenen Produktivität nicht teilhaben können, da sie nicht in der Lage sind, diese Produkte erwerben und nutzen zu können. Damit wären wir dann beim Thema ausländische Märkte und Bedarf! Aber wem erkläre ich das??!!

Wenn Unternehmen nicht mehr bereit sind ihre Gewinne zu teilen, an die Arbeitnehmer und durch Investitionen – auch in Forschung – sondern diese lieber in private Hände austeilen, dann braucht ihr Euch über die Unwilligkeit der Fachkräfte nicht wundern. So funktioniert Wirtschaft nicht Auch Unternehmen sind in einer gesellschaftlichen Pflicht, nicht nur die Arbeitnehmer.

Die gesellschaftliche Verantwortung hat meines Erachtens das britische Volk wieder übernommen, und versucht das mit dem JA zum Brexit wieder in die Hand und unter ihrer Kontrolle zu nehmen.

Hier hat die Politik eindeutig versagt, denn das Volk hat keine Lust mehr, sich von den politischen Entscheidungen benachteiligen zu lassen und sieht zu Recht nur noch die Vorteile für Unternehmen, Privatiers, Aktionären etc.. Für sie ist Europa daher gescheitert!

Ich sehe das auch so! Europa hat dem Volk wenig gebracht – nur finanuielle Mehrbelastungen ( Ersparnis wurden gekürzt, Lebensmittel und Kleidung etc. sind alle wieder verteuert wurden, Lebenshaltungskosten insgesamt sind gestiegen, Arbeitslosigkeit auch, und die Belastungen für Kommunen angesichts der Flüchtlingskrise werden noch weiter steigen, die Arbeitslosigkeit auch, und so weiter und so weiter ).

Nun geht die Politik sogar noch weiter und der Volksentscheid soll ja nun als „bloßer Volksentscheid“ abgewertet werden udn als null und nichtig erklärt werden – so ist die Tendenz nun nach dem Brexit. Wenn das geschieht, und dieser Volksentscheid im nachhinein gekippt wird, dann sind wir zurück bei der Aristokratie angekommen!!! Dann ist unsere Demokratie null und nichtig – erklärt durch demokratisch gewählte Repräsentanten!! Ein Skandal!!!

 

 

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