Die Minderheit ist political correct


Nun müssen die Gutmenschen einsehen, sie sind doch nicht in der Mehrheit, ganz im Gegenteil sie bilden eine wirklich kleine Minderheit nämlich von

3% !!

Lediglich 3% der Bevölkerung sind laut einer Umfrage von Infratest dafür unbegrenzt Flüchtlinge aufzunehmen. Und lediglich 15% glauben, dass die Integration so wie sie derzeit angestrebt wird, gelingen wird. Und satte 52% sind der Meinung, der Flüchtlingszustrom muss begrenzt werden ( also doch Grenzen dicht machen und kontrollieren, bzw. die meisten sind der Meinung es dürfen nur 200.000 aufgenommen werden! ) Nun wähnten sich ja genau diese in der absoluten Mehrheit, und bekräftigten diese Annahme ja auch immer wieder.  Denn die Mehrheit hat ja Recht, ist moralisch auch überlegen, und – was ja am Wichtigsten für diese Menschen ist – wer der Mehrheit angehört ist im Recht – ganz klar – und ist ein guter Mensch. Guter Mensch heisst, er fällt nicht aus der Rolle, ist anerkannt, wird in seinen Ansichten bestätigt, damit fällt er nicht aus der Rolle, erfährt Anerkennung, wird als guter Mensch bestätigt, … ach, das sagte ich ja schon ;). Man könnte auch sagen, diese Menschen sind alle political correct!  Und political correct zu sein ist ganz wichtig! da fällt man nicht aus der Rolle, alle bestätigen einen in seiner Meinung, man fühlt sich von Allen anerkannt… ach, sorry, hatte ich ja schon gesagt.

Apropos „political correctness“ – dieser Beitrag von Norbert Bolz, Universitätsprofessor an der TU Berlin, Philosoph und Medientheoretiker, ist faszinierend. In seinem Beitrag bezieht sich Norbert Bolz zwar auf die Universitäten, das dortige Lehren und Lernen, welches heute Verkommen ist, zu einer Institution, die lieber Gleichstellung und Gleich-Mut bildet durch „Bevorzugung bestimmter politisch organisierter Gruppen, also die Erhöhung von Gruppenanteilen.“ Das heisst, dass die Einstellung und Ansichten möglichst konform sein sollen, statt kritisch. Es soll dort eine organisierte Mehrheit entstehen, wo womöglich gar keine ist, nur durch Ablehnung der Individualität, der Kritik und der „Einsamkeitsfähigkeit“.

Niederschrift des Beitrages hier: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/essay/-/id=9034720/property=download/nid=659852/1grwfi9/swr2-essay-20120123.pdf

Unter dem Stichwort der „Political correctness“ werden an Universitäten, aber auch im Allgemeinen in unserer Gesellschaft, Ansichten und Ideologien festgelegt, denen man zum Preis der Freiheit folgen soll. Andernfalls wird man bestraft.

„Ihr „Diskurs“ setzt sich zusammen aus Sprachhygiene und Moralismus, aus Heuchelei, Sozialkitsch und einer politisch gefährlichen Perversion der Toleranz. Der Ton wird übrigens immer schärfer. Denn man wird politisch aggressiv, wenn man theoretisch nicht mehr weiter weiß. Unsere Gesellschaft, die sich weder an Religion noch an bürgerlicher Tradition und gesundem Menschenverstand orientieren kann oder will, wird zum willenlosen Opfer eines Tugendterrors, der in Universitäten, Redaktionen und Antidiskriminierungsämtern ausgebrütet wird. Man darf ihn übrigens nicht offiziell als Politische Korrektheit ansprechen – das wäre politisch unkorrekt.“

Diese Unart, und „Perversion der Toleranz“ unterdrückt den demokratischen Freiheitsgeist, die kritische Bildung von Meinungen, die sachliche Auseinandersetzung mit Themen, die Fähigkeit zum Diskurs, aber auch zur realistischen Einschätzung von Fakten, da jedwede „andere“ Perspektive schlichtweg ignoriert oder sogar diskriminiert wird. Dies betrifft aber nicht nur die Universitäten, sondern zieht sich wie ein Krebsgeschwür durch unsere Gesellschaft. Aber das ist es ja, was diese Menschen wollen: sie möchten anerkannt werden, und dazu gehören, dazu gehören kann man, wenn man nicht aus der Rolle fällt, und dann wird man auch bestätigt, dass Alle anderen ja auch so denken, dadurch fühlt man sich anerkannt, und bestätigt, also fällt man nicht aus der Rolle…

Was in der Lehre beginnt, zieht sich in alle anderen gesellschaftlichen Lebensbereiche fort!

„Alan Charles Kors und Harvey Silverglate haben in einem eindrucksvollen, beklemmenden Report über den akademischen Verrat an der Freiheit die heutige Universität als den größten Feind der freien Gesellschaft bezeichnet, weil sie die Studenten nicht mehr als Individuen sondern als Verkörperungen von Gruppenidentitäten behandelt und sie entsprechend in Gruppenrechten unterrichtet.“

Denn ganz treffend analysiert Norbert Bolz die heutige öffentliche „Meinungsbildung“ – die man als solche ja nicht mehr bezeichnen kann – so:

“ Nun könnte man denken, dass ja immerhin noch die Gedanken frei sind. Aber es ist ein Irrtum, zu glauben, dass derjenige, dem man das Sprechen und Schreiben beschneidet, noch frei denken könne. Es gibt keine Freiheit des Denkens ohne die Möglichkeit einer öffentlichen Mitteilung des Gedachten. Und das gilt nicht nur für die wenigen Schreiber, sondern gerade auch für die vielen Leser. Gedankenfreiheit bedeutet für die meisten Menschen nämlich nur die Möglichkeit, zwischen einigen wenigen Ansichten zu wählen, die von einer kleinen Minderheit öffentlich Redender und Schreibender verbreitet worden sind. Deshalb zerstört das Zum-schweigen-bringen abweichender Meinungen die Gedankenfreiheit selbst. In der massendemokratischen Öffentlichkeit kann sich die Meinung der Einzelnen kaum zur Geltung bringen. Umso stärker ist der Druck der öffentlichen Meinung auf den einzelnen und sein Meinen. Aus Angst vor Isolation beobachtet man ständig die öffentliche Meinung. Und öffentlich heißt eben genau die Meinung, die man ohne Isolationsangst aussprechen kann. Wir fürchten also nicht, eine falsche Meinung zu haben, sondern mit ihr allein zu stehen. Die Isolationsangst regiert die Welt. Wer den Zorn der anderen fürchtet, schließt sich leicht der Meinung der scheinbaren Mehrheit an, auch wenn er es eigentlich besser weiß. Er bringt sich selbst zum Schweigen, um seinen guten Ruf nicht aufs Spiel zu setzen. Das ist der Ansatzpunkt für eine Dynamik, die Elisabeth Noelle-Neumann „Schweigespirale“ genannt hat. Sie wird heute von der Politischen Korrektheit genutzt. Sie ist zum einen durch die Verschmelzung von Thema und Meinung gekennzeichnet, d.h. man darf zu bestimmten Themen nur eine Meinung haben. Zum andern haben wir es mit einer Moralisierung am Medienpranger zu tun.

Dem politisch Unkorrekten wird der Schauprozess gemacht.“

Ich unterstelle nun den Gutmenschen, die sich nach wie vor völlig unkritisch der Flüchtlingskrise „stellen“ genau diese Isolationsangst. Sie möchten Anerkennung und Selbstbestätigung, daher schliessen sie sich der öffentlich erzwungenen Meinung an und fallen somit nicht aus der Rolle!

Deshalb haben sie auch keine sachlichen Argumente für die Einwanderung von Flüchtlingen, sondern nur ein emotionales, irrationales Argument, welches moralisch aufgepeppt wird: „Wir müssen den armen Kriegsflüchtlingen helfen!“  Da stecken drei Worte drin, die jeden fast zum weinen bringen: Arm, Krieg, Hilfe!!!!

Als Normalbürger darf ich emotional sein, als Politiker ist es jedoch meine Pflicht sachliche Entscheidungen zu treffen! Gleichstellung, Diversity und letztendlich auch Moral etc. – gehört als Betrachtungskriterien übrigens gar nicht zu dem Themenkomplex! Krieg ist in seiner Natur unmoralisch, Gleichstellung in der muslimischen Religion nicht vorgesehen etc..

Das Motiv aber ist gut,  und wer das auch so sieht ist ein guter Mensch. Alle wollen „gut“ sein – also bedienen sie sich dieses Arguments. Alle die das nicht so sehen sind schlichtweg „schlecht“, „unmoralisch“, „asozial“ oder gar Schlimmeres.  Jedoch mangelt es daran, sich den realistischen, sachlichen Gegebenheiten zu stellen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und zu diskutieren. Jeglicher sachliche Diskurs dazu wird unterdrückt.

Teilweise nimmt dies groteske Formen an. Aggessive Formen nimmt es ja schon lange an, wobei auch hier die Agression und Diskriminierung ja auch eher auf der anderen Seite gesehen wird, während die Angiftungen, Anfeindungen, und ja sogar Verunglimpfung bei den sogenannten politisch Korrekten sehr wohl auch diskriminierend, persönlich beleidigend und verleumderisch sind. Sie dürfen das – so meinen sie – da sie sich ja in der Mehrheit wähnen und auf der politisch korrekten Seite sind!

So kommentierte neulich ein Journalist im RBB in seinem Beitrag, – der im übrigen gespickt war von Stereotypen und Vorurteilen ( Flüchtlingskritiker wird beschrieben als etwas einfacher Mensch, mit Goldkettchen, welcher mit seiner etwas dümmlichen Blondine im Urlaub an der Bar bei zu viel Alkohol seine Klagen gegen Flüchtlinge loslässt ) – dass die Flüchtlingsgegner sich ja darüber aufregten, man würde persönlich in ihr Portmonaie greifen, um jene zu bezahlen. Aber nicht einer von diesen hätte 2 Euro aus seiner persönlichen Geldbörse bezahlen müssen, oder gegeben! Und schliesslich, so der Kommentator, hätte der Flüchtlingsgegner ja auch „gar keine Lust im Urlaub darüber zu sprechen“ aber er ist „einfach gegen die Flüchtlinge“, die ihm seinen Lebensstandard streitig machten, und das ist ein VORURTEIL und STEREOTYP – so die Quintessenz und der moralische Zeigefinger des Beitrags. Gegen Flüchtlinge zu sein ist, UNMORALISCH, HERZLOS, von VORURTEILEN und STEREOTYPen über den armen Flüchtling geprägt!

Ja , wie lächerlich das doch alles scheint,  besonders wenn man versucht, Kritiker dadurch zu verumglimpfen, dass man sie als dumm, ordinär und selbstsüchtig hinstellt. Noch lächerlicher ist es jedoch, wenn man die Vorurteile Anderer kritisiert, indem man sich selbst nur Vorurteile und Stereotyper bedient! Sind ja alles NA…s und reaktionär, besondere Mittel-Schichten, ungebildet, engstirnig, und am wichtigsten unmoralisch. Die fallen alle aus der Rolle, werden nicht anerkannt, gehören nicht dazu!

Abgesehen davon, dass es eine Heuchelei und eine Unwahrheit ist, dass uns Allen NICHT in das eigene Portemonaie gegriffen wird. Aber natürlich geschieht dies, über unsere Steuern und über die kürzliche Ankündigung, dass im nächsten Jahr nicht ein Cent wohl übrig belieben wird in unseren Haushaltskassen ( von den Kommunen wollen wir mal garnicht reden ), weil alles Geld für die Unterbringung der Flüchtlinge aufgebracht werden müsse, über die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge, und was demnächst noch so kommen wird ( Steuerhöhung, Soli.Beitrag für Flüchtlinge, Erhöhung der Zuzahlung für Kindergartenplätze, Abschaffung des Mindestlohns, zumindest dessen Senkung, so denke ich ).

Im übrigen letztendlich, wenn sich diese Gutmenschen durchsetzen – zum Preis der Lebensqualität der tatsächlichen Mehrheit als auch der Flüchtlinge selbst, die sie unterstützen möchten. Dem Großteil unserer Bevölkerung, die durch Arbeit und Wirtschaft, in der sie – noch- beschäftigt sind, und damit deren Lohn und Existenz direkt betroffen sein wird, wird es durch die Flüchtlingskrise nicht besser gehen!! Jene, die im Niedriglohnsektor arbeiten und die in Bereichen beschäftigt sind, wo der Mindestlohn vorherrschend sind, werden mittelbar langfristig betroffen sein, durch Arbeitsplatzkonkurrenz, Erhöhung von Steuern und Sozialabgaben, Krankenversicherungsbeiträge die erhöht werden, Kindergartenplätze etc..

Dank der Gut-Menschen!

Mich freut nur, dass durch die Umfrage endlich herausgekommen ist, dass es sich bei den Befürwortern doch nur um eine Minderheit handelt und nicht wie sie meinen, um eine Mehrheit!! HUCH  –  wenn die Gutmenschen selbst feststellen, dass sie in der Minderheit sind, werden sie sich ja schnell wenden, dann findet man wieder Anerkennung, wird in seiner Meinung bestätigt, fällt nicht aus der Rolle und ist politisch korrekt.

Ich habe aber tatsächlich noch Hoffnung, dass die Vernunft über den „Tugendterror“ wie Norbert Boltz den zwanghaften Konformismus bezeichnet- siegt. Daher sag ich : Scheiß auf political correctness – lasst den gesunden Menschenverstand siegen und werdet kritisch!

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-ueber-die-haelfte-deutschen-glaubt-an-integration-unter-bedingungen-a-1079748.html

Noch ein Nachtrag: da ist es ja seit einiger Zeit zur Unsitte geworden, dass Wessis dem Ossi non-Konformismus vorwerfen ! Wie absurd das ist, früher wurde dem Ossi allzu grosser Konformismus vorgeworfen. Gleichzeitig wirft man dann auch noch dem Ossi wirtschaftlichen und finanziellen Egoismus vor, weil er ja nicht mit den Flüchtlingen teilen möchte. Hahahhaa diese Eigenschaft ist doch ein typisch kapitalistisches Merkmal! Daran sieht man mal wieder, dass der Gut-Mensch eigentlich gar kein Argument hat, ausser sich mit seiner „Meinung“ selbst zu bestätigen, wie gut es ihm doch geht, wie großzügig er doch sein kann, dass er „grenzenlose“ finanzielle und moralische Unterstützung anbietet – solange die fordernde Hand nicht wirklich in seine Hosentaschen greift – dann werden die Pfründe und Privilegien erst verteidigt! Nur dass er vor der fordernden Hand – noch – keine Angst hat!

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