(D)ra(h)tlos


Gestern war es denn mal Zeit, sich einen neuen DSL Router zu zulegen: schnelle 1 Gbit/sek. Nicht gekleckert, sondern geklotzt, wurden mal eben 99 EUR fuer einen Cisco Router, im modernen Design, lackschwarz, hingeblaettert. Ab nach Hause, alten Router fuer 30 EUR abgeklemmt, neuen Router angestoepselt und dann sollte es losgehen. Ja, Pustekuchen.

Bitte verwenden Sie erst diese CD. Allerdings laedt diese ein Programm, welches sich nur auf Windows installieren laesst. Und ohne die CD Installation kommt man nicht an den Router.

1. Also gut, Windows Laptop gestartet, CD eingelegt und das Programm gestartet. Nun, die Installation des Routers via dieser CD ist sehr nett gemacht. Anhand von animierten Bildern versteht auch der letzte Techniktrottel, was er tun soll:

2. Router mit Strom versorgen, die Verkabelung an den PC und an die Internetdose etc..

Das erinnert mich gerade an den wunderbaren Eddie Izzard und seine Sichtweise von techno-fear ( I wiped all the files, I wiped the internet ???? ) und techno-joy    (  „Breaking into the Pentagon, double-click on yes“ ) und Computer. Aber ich schweife ab.

3.Ich folgte den Anweisungen, der Router installierte sich und der Internetzugang der eben noch funktionierte, war tot. Er war so tot, dass er sich weder mit gutem Zureden, noch mit Herzmassage wiederbeleben liess.

4. Ich will damit sagen, auch das Anstoepseln des alten Routers fuehrte nicht dazu, dass eine Anmeldung gluecken wollte. Alle Laempchen waren an ( und blinkten nicht nur, Schaaaatzzzz !!! ), aber die Authentifizierung schlug fehl und der Router bekam keine Antwort mehr von der Telekom.

5. So kam ich auf die Idee, doch mal bei der Telekom nachzufragen.

Man waehlt dann die Servicenummer, die man auf seinem Vertrag findet. Die ist aber nicht mehr gueltig nach 1 Jahr. Also waehlt man die neue Nummer, die einem freundlicherweise vom Band mitgeteilt wird, die sehr aehnlich ist, statt 3000 ist es nun die 1000, und gelangt an eine freundliche Mitarbeiterin – auf Band.

„Herzlich Willkommen bei dem Service der Telekom. Bevor Sie angeben, welches Anliegen Sie haben hier eine wichtige Nachricht: Die Auslieferung des IPhone 4 verzoegert sich leider aufgrund der vielen Nachfragen. Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld.“

Danke, fuer diese wichtige Info, ich habe kein Iphone 4 bestellt.

Dann sagt die freundliche Stimme: „Bitte teilen Sie ihr Problem mit.“

…..   ……. ……..  ………………… . Stille.

Ich warte darauf, dass Sie mir eine Auswahl gibt, sie wartet darauf, dass ich was sage.

Der Kluegere gibt nach. Ich sage:“Seit heute Mittag ist mir vom  Kantinenessen  schlecht .“

Sie: „Das habe ich nicht verstanden. Bitte sagen Sie Service, oder Stoerung.“

Ich: „Stoerung.“

Sie: „Von wo rufen Sie an?“

Ich: „Vom Klo“.

Sie: „Das habe ich nicht verstanden. Rufen Sie von der Telefonnummer an, das Sie gerade verwenden, dann sagen sie ‚Ja‘. Rufen Sie von einer anderen Nummer an, dann sagen Sie ‚Nein‘.“

Ich sage brav: „Ja.“

Sie: „Verstanden. Moechten Sie mit einem Kundenberater verbunden werden oder moechten Sie weiter…..“

Ich unterbreche sie und rufe laut in die Muschel: „Kundenberater!!! Ich will einen Kundenberater. Bitte.“

Ich bekomme meine Kundenberaterin, die dann meine Daten abfragt und bestaetigt bekommt, meine Telefonnummer nochmal bestaetigt haben will, waehrend sie im Hintergrund tippt, meine Telefonleitung prueft, mich nach meinem Routerhersteller befragt, meine Internetleitung prueft, und kurzfristig ihr  Servicetool abschmiert. Nun, nachdem alles geprueft war, ging es immer noch nicht. Die Kundenberaterin informierte mich dann, dass sie noch einen anderen Test durchfuehren muesse, und sie wuerde sich dann in 3 bis 4 Minuten wieder anrufen. „Ja, gut“, sage ich. “ Dann lege ich jetzt auf, und sie rufen mich zurueck?“  „Ja“, bestaetigt sie und ich lege auf.

Ich habe von der Kundenberaterin bis heute nichts gehoert und warte noch immer auf ihren Rueckruf.

6. Derweil, waehrend ich so wartete, vertrieb ich mir die Zeit mit Eddie Izzard und seinen Computererfahrungen ( siehe obigen Link ), sowie seiner Erlaeuterung zum Thema Herrschaft: man stellt einfach eine Flagge hin, und sagt, das Land gehoert mir. Wenn sich die Einwohner beschweren: “ Hey, du kannst doch nicht einfach unser Land besetzen“, dann sagt man,“Wieso, hast du eine Flagge??“ .

7. Ich warte schon eine dreiviertel Stunde und ueberlege gerade, wo ich eine Flagge gerne hinstellen wuerde. Da mir aber nichts einfaellt, entscheide ich mich, den Router einfach nochmal zu installieren.

8. Ich beginne oben, bei 1.. Hangel mich durch bis 3. und -zack- alle Statusmeldungen sind gruen. Hurraaaahhhh, ich springe auf, wie der russische Hackerboy bei einem der letzten James Bond Filme. Ich meine den, der den Kugelschreiber immer hektisch zwischen den Fingern dreht und am Ende zu Eis erstarrt.

Das tue ich dann auch, ein paar Minuten spaeter, als ich mich durch die nicht sehr weiten Tiefen des“ Network Magic“ Softwareprogramms von Cisco bewege und entdecke, dass „Hiltja“ in meinem Netzwerk ist.

Via wireless lan, welches ich gerade wenige Sekunden zuvor „gedisabled“ habe, war „Hiltja“ schon lange Teil meines Netzwerkes.

Ich elimiere „Hiltja“, weil die keine Flagge hat und gaehne. Zeit ins Bett zu gehen. MeinSicherheitschef wird sich dann mit der weiteren Konfiguration gerne beschaeftigen.

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